Viele Berater keifen, dass der Mittelstand die KI verschläft. Die Inhaber, die ich kenne, haben volle Auftragsbücher, mit und ohne KI. Wer hat nun recht?

Ich höre diesen Vorwurf seit ungefähr zwei Jahren. In LinkedIn-Posts, in Verbandsreden, in Beratungsangeboten, die Dringlichkeit verkaufen wie ein Sonderangebot mit Ablaufdatum. Der Mittelstand hängt hinterher. Wer jetzt nicht handelt, verliert den Anschluss.

Und dann sitze ich mit einem Inhaber zusammen, der seit Generationen spezielle Bauteile fertigt, dessen Telefon nicht aufhört zu klingeln und der gerade vor allem wissen will, wen er als Nächstes einstellen soll. Er hat ChatGPT ausprobiert. Er hat entschieden, dass er sich damit beschäftigt, wenn der Druck groß genug ist. Bis dahin läuft der Betrieb.

Ich finde: das ist vernünftig.

Dazu kommt ein Argument, das in der ganzen Aufregung kaum jemand erwähnt. Technologie wird günstiger. Was heute noch eine aufwendige Implementierung erfordert, wird in zwei Jahren zugänglicher sein, selbsterklärender, besser.

Der Betrieb, der wartet, bis ein Werkzeug wirklich ausgereift ist, handelt wie jemand, der schon viele Werkzeuge hat kommen und gehen sehen. Und die, die früh dabei waren, erinnern sich gut an die Pilotprojekte, die versandeten.

Vor ein paar Wochen sprach ich mit einer Inhaberin, die ein Architekturbüro mit zwölf Leuten führt. Sie sagte mir: „Ich weiß, dass ich da irgendwann ran muss. Aber gerade habe ich drei laufende Projekte, einen Mitarbeiter in Elternzeit und einen Kunden, der jeden zweiten Tag anruft. Wann soll ich das machen?“

Wer so fragt, hat das Thema auf dem Schirm. Und plant nur anders. Der richtige Zeitpunkt für KI ist der, an dem es im eigenen Betrieb tatsächlich Sinn ergibt: wenn Personal knapp wird, wenn Wissen zu versickern droht, wenn Routine die falschen Köpfe beschäftigt. Dieser Zeitpunkt kommt bei jedem. Und wenn er kommt, ist es gut, jemanden zu kennen, der ruhig zeigt, wo der Hebel sitzt.

Die Berater, die keifen, sind dann weg. Sie suchen den nächsten Schläfer.

Für heute: Senf Ende. Wird aufgefüllt. Wer mag, schreibt mir inzwischen eine Mail.

Mel

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